Monatsblatt April 2020 für die Taubblinden-Hilfe
Gedanken des Friedens
Nach dem Krieg konnte Onkel Johannes endlich wieder zur Schule gehen. Nach seiner Ausbildung als Schneider suchte er viele Jahre nach Glück und Frieden. Er war aber mit dem Leben unzufrieden und oft traurig, einsam und frustriert.
Der Gott seiner Kindheit war ihm fern. Erst als er eine Bibelfreizeit für Gehörlose besuchte, lernte er Gottes Liebe wieder neu kennen. Ein Freund erklärte ihm, dass Jesus am Kreuz für alle Sünden gestorben war. Wenn wir Gott unser Leben übergeben, schenkt er uns ein neues Leben. Onkel Johannes betete: „Lieber Herr Jesus, schenke mir ein fröhliches Herz!“ Da kam das Licht Gottes in sein Leben hinein. Das veränderte alles. Er war mit Frieden und Freude erfüllt.
Onkel Johannes fing an anderen Gehörlosen von der Liebe Gottes zu erzählen. Dadurch entstanden Kontakte zu gläubigen Gehörlosen im Ausland. So lernte er seine Frau Joy in Irland kennen und sie heirateten ein Jahr später. Joy arbeitete unter Gehörlosen in Irland. Nun machten sie diese Arbeit gemeinsam in Deutschland: Dolmetschen, Bibelstunden im In- und Ausland, Seelsorge, Freizeiten und vieles mehr. In dieser Zeit nahm sein Sehvermögen mehr und mehr ab. Onkel Johannes lernte die Blindenschrift und übte mit seiner Frau das Lormen ein. Es fiel ihm nicht leicht seine Selbständigkeit aufzugeben. Aber sein Einsatz für Gehörlose nahm nicht ab. Auch als taubblinde Person reiste er zusammen mit Joy um die ganze Welt, um Gehörlose zu besuchen und zu ermutigen.
Das Leben von Onkel Johannes war geprägt von viel Not und vielen Schwierigkeiten. So wie Gott Onkel Johannes durchgetragen hat, will er jeden von uns durchtragen. Er hat nur das Beste für uns im Sinn.
In der Bibel steht:
Denn ich weiss, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens…um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. Jeremiah 29,11