Über das Wort Sch…

Über das Wort Scheisse oder warum Scheisse manchmal das Wort der Stunde ist

Ich muss sagen, dass ich dieses Wort höchst selten ausspreche. Ich würde sogar behaupten, dass ich es noch nie vor den Kindern gesagt habe. Und zwar nicht weil ich per se gegen dieses Wort bin, sondern weil ich für einen guten und gegen einen übermässigen und übertriebenen Gebrauch eines jeden Wortes bin. Ausserdem, wenn sich meine Kinder dieses Wort angewöhnen und ständig gebrauchen würden, was sie täten, wäre ich ständig von Sch… umgeben, was ich, ganz ehrlich, nicht so toll fände.

Trotzdem bin ich ganz und gar nicht gegen dieses Wort, vor allem wenn es richtig und mit Gewicht eingesetzt.

Zum Beispiel letzten Herbst als ich erfuhr, dass der Ex mit seiner Freundin Schluss gemacht hatte, aus der Wohnung gezogen war und folglich, bis er eine neue Wohnung hatte, die Kinder jedes zweite Wochenende nicht mehr mit ihm verbringen würden, was sich schliesslich bis Weihnachten hinzog.

Mit drei Kindern im Alter von 10, 13 und 15 bin ich froh, dass ich jedes zweite Wochenende einen ganzen Tag voll und ganz abschalten kann. Irgendwie tut mir das gut. Da ich sonst immer 24/7, wie die Amis so schön sagen, auf Draht bin, finde ich einen Tag an jedem zweiten Wochenende nicht übertrieben. Ich bin manchmal einfach müde und froh, dass ich mal zwischen durch kein Mittagessen auf den Tisch stellen muss.

Aber zurück zu unserem Thema. Ich erzählte das alles einer Freundin und ihr entfuhr ein ehrliches „Sh..!“ (die englische Version), was ich in dem Moment total geschätzt habe. Ich fühlte mich wahrgenommen, ernst genommen und es hat mich getröstet.

Manchmal muss man die Dinge beim Namen nennen.

Eine Geschichte über ein Wohnungswunder

Ich möchte euch eine Geschichte erzählen.

Es war einmal eine kleine Familie, eine Mutter mit drei Kindern (wobei eine Familie mit drei Kindern heutzutage praktisch als Grossfamilie gilt). Sie wohnten seit 15 Jahren in einer schönen Nachbarschaft am Rand einer Grossstadt. Ihr Reihenhäuschen war sehr klein, aber sehr gemütlich und sie fühlten sich in ihrem Quartier sehr wohl.

Eines Tages erfuhren sie, dass sie umziehen mussten. Es hiess, die Reihenhäuser müssten einem Neubau weichen. Die Verwaltung fing an einige grosse Bäume zu fällen und die Kinder waren traurig, weil es nicht mehr wie ihre geliebte Siedlung aussah.

Nach einigen Monaten fingen die Leute an auszuziehen. Die leeren Wohnungen wurden an Studenten-WGs vermietet und es liefen in der Siedlung viele Leute herum, die man nicht mehr kannte (und die manchmal um 3 h morgens noch laute Feste feierten). An einem kalten Wintertag wurde der Neubau mit langen Pfeilern abgesteckt und die Menschen, die an der Strasse vorbeigingen, blieben stehen und schauten sich an, was da kommen würde. Es wurde in der Siedlung immer ungemütlicher und obwohl die Familie traurig war, dass sie umziehen musste, war sie auch langsam dazu bereit.

Die kleine Familie wusste nicht genau wo und wie sie ein neues Zuhause finden sollte. Die Kinder wollten gerne jedes ein eigenes Schlafzimmer haben, da bis jetzt immer zwei Kinder ein Schlafzimmer teilen mussten. Die Mutter wollte vor allem eine bezahlbare Wohnung. Und alle zusammen wollten sie gerne im Quartier bleiben, da sie dort verwurzelt waren.

Überall wo die Mutter telefonierte, hiess es, es gäbe keine freien Wohnungen und auch keine Wartelisten. Das war sehr deprimierend.

Die Mutter war immer im Gespräch mit Menschen und auch mit Gott. Die Menschen sagten ihr: Du musst anrufen und wieder anrufen, E-mails schreiben und vorbei gehen, Druck machen, deine Situation schildern, alle Gründe vorbringen.

Gott sagte ihr: Ich kämpfe für dich, du musst nur ruhig sein.

Es war nicht einfach das Richtige zu tun und die Mutter führte mit Gott sehr intensive Gespräche. Sie schrieb im Zeitraum von einem Jahr genau zwei Bewerbungen.

Als die Mutter eines Tages erfuhr, dass ihre Nachbarn eine Wohnung bekommen hatten, die sie gerne wollte, war sie sehr traurig und wütend und klagte Gott an. Aber nach den Tränen sie fand wieder zur Ruhe zurück, zu der Gewissheit, dass Gott für sie kämpfen und sorgen würde. Sie konnte sich nur nicht vorstellen, wie er das machen würde.

Mitte März wurde der Familie eine bezahlbare 5,5 Zi-Wohnung in der Nachbarsiedlung angeboten. Viele Freunde und Bekannte, die dort wohnten, hatten bei der zuständigen Verwaltung angerufen und hatten für diese Familie ein gutes Wort eingelegt. Jetzt wussten die kleine Familie, wie Gott es angestellt hatte – er hatte andere Menschen gebraucht und daraus ein Wunder gemacht.

Die Familie ist nun überglücklich, dass sie Mitte August im Quartier umziehen können und vor allem freut sich das mittlere Kind auf ein eigenes Zimmer.

Nachtrag: Ich danke allen, die sich im Gebet und auch ganz praktisch für uns eingesetzt haben. Es ist für mich ein Wunder, dass wir eine Wohnung gefunden haben. Danke, dass ihr euch gebrauchen habt lassen!! Es ermutigt mich, mich für andere einsetzen, damit noch viel mehr Wunder geschehen.